Umwandlung des ehemaligen Siemensparkplatzes in ein Wohngebiet

Freitag, 25. Oktober 2019

Weiterentwicklung des Entwurfs für neues Wohnquartier beschlossen

Die Planungen des neuen Wohnquartiers auf dem ehemaligen Siemensparkplatz gehen mit den Anregungen aus der Bürgerbeteiligung in die Überarbeitung. Der Grundstücks- und Bauausschuss hat in seiner öffentlichen Sitzung am 14.10.2019 beschlossen, verschiedene Vorschläge aus dem bisherigen Bürgerbeteiligungsprozess in die Planung aufzunehmen. Das bestehende Konzept soll weiter optimiert werden, um ein innovatives Wohnquartier zu gestalten, das sich in das Stadtbild und die Nachbarschaft einfügt und zudem zeitgemäße Antworten auf Wohnraumbedarf und Mobilität gibt.

Bezahlbarer Wohnraum und eine gute Nachbarschaft haben Priorität

Das mit dem Entwurf bereits zugrunde liegende Konzept der ansteigenden Baudichte vom bestehenden Wohngebiet in Richtung Business Campus soll, wenn möglich, noch verstärkt werden. Diese Anregung aus der Bürgerbeteiligung, der der Ausschuss einstimmig gefolgt ist, bedeutet, dass niedrige Gebäudehöhen in Richtung der angrenzenden Wohnbebauung vorgesehen werden und sich die höheren Gebäude in Richtung des Gewerbegebietes orientieren.
Vor allem aber sollen die Wohnungsgrößen weiter optimiert werden, um ein Angebot mit bezahlbaren Mieten für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Durch das Konzept mit sozialen und kulturellen Gemeinschaftsräumen können die Wohnungsgröße und damit auch die Mietkosten auf das wirklich Notwendige begrenzt werden.

Begrenzung der Geschossflächenzahl (GFZ)

Die bauliche Dichte des Quartiers für Wohn-, Gewerbe- und soziale Zwecke soll eine GFZ von 1,2 nicht übersteigen und sich damit an der Bebauungsdichte von anderen Quartieren in Unterschleißheim orientieren, die in jüngerer Vergangenheit entwickelt wurden. Beschlossen hat der Auschuss darüber hinaus, dass in dem Quartier keine Nebengebäude in Form von Müll- und Fahrradhäusern entstehen. Diese Nebenräume sollen sich innerhalb der Gebäudekörper befinden. Unter Einrechnung dieser Flächen soll nach ebenfalls einstimmigem Beschluss die Gesamt-GFZ auf 1,34 begrenzt werden.

Höhenbegrenzung

Bereits während des laufenden Bürgerbeteiligungsprozesses gab es kontroverse Meinungen zur Höhe des Wohnhochhauses. Dieser sogenannte Landmark hatte im öffentlich vorgestellten Entwurf eine Höhe von 70 Metern. Die Idee des Landmarks ist es, Mikroapartments für Beschäftigte des Business Campus zu schaffen und durch die räumliche Nähe zum Arbeitsplatz auch Pendlerverkehr zu reduzieren.
Investor und Bürgermeister Böck haben diese Kritik bereits im Juli aufgegriffen und eine Höhenbegrenzung auf 50 Meter vereinbart, die nun auch mehrheitlich von den Mitgliedern des Ausschusses beschlossen wurde.

Überprüfung der Mischung von Wohnraum und Gewerbeflächen

Um das Quartier attraktiv zu gestalten, sollen neben verschiedensten Auto- und Fahrradsharingangeboten auch soziale und kulturelle Räume geschaffen werden, die dem Quartier einen eigenen Charakter verleihen. Darüber hinaus sollen auch kleinere Gewerbeeinheiten für Gastronomie, Home-Office-Büros sowie z. B. eine Apotheke dort Platz finden. Geprüft wird auch, ob eine neue sechsgruppige Kindertageseinrichtung in dem Quartier möglich ist, um auch Familien des neuen Wohnquartiers eine wohnortnahe Kinderbetreuung zu ermöglichen. Das einstimmige Votum des Ausschusses ist es, das bestehende Konzept von Wohnraum und der Versorgung von gewerblichen, sozialen und kulturellen Flächen beizubehalten. Geprüft werden soll aber die Möglichkeit, ob weitere Bereiche für die Schaffung von Wohnraum vorgesehen werden können.

Mit den Beschlüssen des Grundstücks- und Bauausschusses wird das Architektenbüro den Quartiersentwurf nun weiterentwickeln. Die Ergebnisse werden dem Stadtrat sowie Bürgerinnen und Bürgern noch einmal öffentlich vorgestellt, bevor das offizielle Bauleitplanverfahren mit der dann gesetzlich festgeschriebenen Öffentlichkeitsbeteiligung eingeleitet wird.